Lipizzaner (Pferderasse): Woher kommt das?
Der Lipizzaner ist nach Lipica benannt, einem Dorf im Karst im heutigen Slowenien, wo die Habsburger 1580 ein Hofgestüt gründeten. Seine weißen Hengste wurden später die Stars der Spanischen Hofreitschule in Wien.
Ein Hofgestüt unter Linden
Am 19. Mai 1580 unterzeichnete der habsburgische Erzherzog Karl II. den Vertrag über den Erwerb des Guts Lipica, wo die Bischöfe von Triest eine Sommerresidenz hatten und Pferde züchteten, und machte daraus ein Hofgestüt. Gefragt waren kräftige, aber wendige Pferde für das Heer und die Reitschulen des Adels. Man kaufte Pferde in Spanien, und in Lipica wurden spanische, Berber- und Araberpferde gekreuzt. Der Name Lipica kommt von lipa, dem slowenischen Wort für „Linde“.
Dunkel geboren, weiß geworden
Im 18. Jahrhundert gab es Lipizzaner in vielen Farben: Braune, Füchse, Falben, Apfelschimmel und Rappen. Laut der Spanischen Hofreitschule war kein einziger weiß. Weiß setzte sich vom späten 18. bis ins 19. Jahrhundert durch, weil man es bevorzugte und das Schimmel-Gen dominant ist. Bis heute kommen die Fohlen dunkel zur Welt, meist braun oder schwarz, und werden im Alter von sechs bis zehn Jahren weiß. Die Hofreitschule hält stets mindestens einen braunen Hengst in ihren Ställen, der Glück bringen soll.
Warum viele an Wien denken
Ihren Ruhm verdankt die Rasse Wien. Die Spanische Hofreitschule, benannt nach der spanischen Abstammung ihrer Pferde, zeigt klassische Dressur mit Lipizzanerhengsten in der 1735 vollendeten Winterreitschule. Als Österreich-Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel, wurde die Herde von Lipica auf mehrere Länder aufgeteilt. Österreich behielt die Hengste der Hofreitschule und einen Teil der Zuchtpferde, und bis 1920 hatte es seinen Zuchtbestand in Piber bei Graz zusammengeführt, wo die Pferde der Hofreitschule bis heute gezüchtet werden.
Quellen: en.wikipedia.org ↗ · lipica.org ↗ · srs.at ↗ · austria.info ↗