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Manila-Schal (Mantón de Manila)
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Manila-Schal (Mantón de Manila): Woher kommt das?

Trotz seines Namens stammt der Manila-Schal aus China: Diese quadratischen Seidenschals wurden in Kanton, dem heutigen Guangzhou, und in Macau für den Export bestickt. Schiffe brachten sie über Manila in die spanische Welt, und in Spanien wurden sie Teil der Fest- und Flamencokleidung.

Bestickt in Kanton

Seide wurde auf den Philippinen nie zu einer festen Industrie; Seidenstoffe blieben ein chinesisches Monopol. Im 18. Jahrhundert begannen Werkstätten in Kanton und Macau, große Mengen bemalter oder bestickter Seide eigens für den Export auf die Philippinen und weiter in die spanischen Kolonien und nach Europa herzustellen. Jedes Muster wurde auf Papier gezeichnet, durchstochen und auf die Seide übertragen, dann mit Blumen, Vögeln und Schmetterlingen in schattierten Seidenstichen ausgefüllt, und die geknüpften Seidenfransen wurden von Hand gebunden.

Von spanischen Schultern zum Tanz

Die Schals überquerten den Pazifik zuerst mit Manilas Handel nach Amerika, und Anfang des 19. Jahrhunderts machten direkte Schiffsverbindungen zwischen Manila und Spanien sie dort beliebter. Als die Mode die Schultern der Frauen frei ließ, fanden Spanierinnen im Schal den idealen Überwurf, und er schmückte auch Flügel und Sofas. Später bestickten auch Werkstätten in Spanien Schals im chinesischen Stil, mit dichteren, leuchtenderen Blumen für den europäischen Geschmack und immer längeren Fransen, die schwingen, wenn eine Frau geht oder tanzt.

Warum viele auf Manila tippen

Der Name kommt von dem Hafen, über den die Schals in die spanische Welt gelangten: Nach 1734 schrieb Spanien vor, dass Seide aus China über Manila gehen musste. Auch die Form hatte ein philippinisches Vorbild. Frauen dort trugen quadratische Schals, zu einem Dreieck gefaltet, und chinesische Hersteller kopierten die Fransen, die sie an philippinischen Schals sahen. Doch die Seidenschals selbst wurden in China hergestellt, und wie das Victoria and Albert Museum anmerkt, gehörten solche Fransenschals nie zur chinesischen Kleidungstradition.

Quellen: en.wikipedia.org ↗ · es.wikipedia.org ↗ · collections.vam.ac.uk ↗

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