Druckerpresse (Presse für bewegliche Lettern): Woher kommt das?
Die Druckerpresse stammt aus dem Rheintal, wo Johannes Gutenberg sie um 1440 in Straßburg und in seiner Heimatstadt Mainz entwickelte. Bewegliche Lettern gab es in Ostasien schon, doch Gutenbergs Presse machte es möglich, Bücher schnell und in großer Zahl zu drucken.
Ein geheimes Projekt in Straßburg
Gutenberg, ein Goldschmied aus einer Mainzer Patrizierfamilie, ist von 1434 bis 1444 in Straßburg belegt. Dort arbeitete er mit Partnern an einem geheimen Unternehmen. Als einer von ihnen starb, zogen dessen Erben 1439 vor Gericht, und der Prozess brachte das Projekt ans Licht: Zeugen sprachen von einer hölzernen Presse, die ein Schreiner gebaut hatte, von Lettern und Gießformen und von Druckmaterial, das Gutenberg schon 1436 gekauft hatte. In Straßburg soll er 1440 seine Erfindung vervollkommnet haben.
Metalllettern, ölige Farbe und eine Presse
Gutenberg kombinierte vorhandene Werkzeuge auf neue Weise. Er passte die Schraubenpresse an, mit der man seit der Römerzeit Trauben für Wein und Oliven für Öl presste. Seine Lettern goss er aus einer Legierung von Blei, Zinn und Antimon, die leicht schmolz und schnell abkühlte, und er verwendete eine dicke Druckfarbe auf Ölbasis, die gut auf Metalllettern haftete. Spätestens 1448 wieder in Mainz, lieh er sich später 800 Gulden vom Geldgeber Johann Fust, und 1455 vollendete er seine 42-zeilige Bibel, gedruckt in etwa 180 Exemplaren.
Warum viele auf China tippen
China hat die beweglichen Lettern tatsächlich erfunden: Im 11. Jahrhundert fertigte der Handwerker Bi Sheng Schriftzeichen aus gebranntem Ton, und um 1300 druckte Wang Zhen mit Holzlettern. Das älteste erhaltene Buch, das mit beweglichen Metalllettern gedruckt wurde, ist das koreanische Jikji von 1377. Doch in Ostasien blieb der Holztafeldruck die wichtigste Methode, auch weil die chinesische Schrift Tausende verschiedener Zeichen braucht. Gutenbergs Presse arbeitete mit dem kleinen Buchstabenvorrat des lateinischen Alphabets, und bis 1500 hatten europäische Pressen über 20 Millionen Exemplare gedruckt.
Quellen: en.wikipedia.org › Printing press ↗ · en.wikipedia.org › Johannes Gutenberg ↗ · britannica.com ↗