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Walzer (der Tanz)
Musik & Tanz

Walzer (der Tanz): Woher kommt das?

Der Walzer stammt aus dem Alpenland Bayerns und Österreichs. Einfache Leute wirbelten dort schon Mitte des 18. Jahrhunderts paarweise umher, und binnen Jahrzehnten hatte der Tanz die Ballsäle Wiens und dann Europas erobert.

Ein Drehtanz vom Land

Um 1750 begannen die unteren Schichten in Bayern, Tirol und der Steiermark einen Paartanz namens Walzer zu tanzen. Der Name kommt vom deutschen Verb walzen, „drehen, rollen, kreisen“. Der Walzer entstand aus dem Ländler, einem in Österreich und Bayern beliebten Volkstanz im Dreivierteltakt, und sein Grundmuster ist einfach: Schritt, Gleiten, Schritt. Enges Paartanzen war nicht ganz neu: 1580 sah Montaigne in Augsburg Tänzer, die einander so eng hielten, dass sich ihre Gesichter berührten.

Wiens Tanzsäle

Anfangs schockierte der Tanz viele, doch in den 1780er-Jahren wurde er in Wien Mode. Der Walzer in Martín y Solers Oper Una cosa rara von 1786 bewegt sich im Schritttempo, doch in Wien wurde der Tanz schneller. Riesige Tanzsäle für Tausende Tänzer öffneten, 1807 das Zum Sperl und 1808 das Apollo. Weiter an Boden gewann er beim Wiener Kongress und durch die Musik von Josef Lanner und den beiden Johann Strauss.

Zu nah für den Anstand

Ein Großteil der Empörung galt der Nähe der Partner. In Sophie von La Roches Roman von 1771 schimpft eine Figur über den „schamlosen, unanständigen Wirbeltanz der Deutschen“. 1797 nannte eine Flugschrift das Walzen die Hauptursache der Schwäche von Körper und Geist ihrer Generation, und ein englisches Handbuch von 1825 nannte den Walzer noch „einen wüsten und unanständigen deutschen Tanz“. Frühere Gesellschaftstänze waren Gruppenfiguren gewesen, doch beim Walzer drehte sich jedes Paar einander zugewandt, und seine geschlossene Tanzhaltung wurde zum Vorbild vieler späterer Gesellschaftstänze.

Quellen: en.wikipedia.org › Waltz ↗ · en.wikipedia.org › Viennese waltz ↗ · britannica.com ↗ · etymonline.com ↗

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