Federumhang (ʻahu ʻula): Woher kommt das?
Der ʻahu ʻula, der Federumhang hawaiianischer Häuptlinge, stammt von den Hawaii-Inseln. Diese Umhänge und Mäntel, bedeckt mit winzigen roten und gelben Federn, die auf feine Netze geknüpft waren, trugen die aliʻi, der Stand der Häuptlinge, als Zeichen des höchsten Rangs.
Federn auf einem Netz aus Olonā
Die Grundlage eines Umhangs ist ein Netz aus Olonā, einer heimischen Pflanze aus der Familie der Brennnesselgewächse. Federarbeiter sammelten kleine Federbündel und knüpften sie dicht an dicht auf die Maschen, bis die ganze Fläche bedeckt war; ein einziger Mantel brauchte Hunderttausende Federn. Die Größe zeigte den Rang: Bodenlange Mäntel waren nur den höchsten Häuptlingen erlaubt, niedrigere Häuptlinge trugen kürzere Umhänge.
Ein Geschenk für Captain Cook
Am 26. Januar 1779 empfing Kalaniʻōpuʻu, der Oberhäuptling der Insel Hawaiʻi, den britischen Entdecker James Cook in der Kealakekua-Bucht. Als Zeichen des guten Willens setzte der Häuptling Cook den Federhelm auf, den er trug, und legte ihm seinen Mantel um. Cooks Schiff nahm beides mit, und mehr als zwei Jahrhunderte lang wanderten die Stücke zwischen Sammlern und Museen. 2016 kehrten sie als Leihgabe nach Hawaiʻi zurück, und 2020 wurden sie Hawaiʻi endgültig zurückgegeben.
Warum viele auf den Amazonas tippen
Leuchtend rote und gelbe Federarbeiten erinnern vielleicht an die Papageien tropischer Regenwälder, doch die begehrten Federn stammten von einheimischen hawaiianischen Vögeln. Rot kam vor allem vom scharlachroten ʻiʻiwi, einem Kleidervogel. Gelb kam von den überwiegend schwarzen ʻōʻō und Mamo, die kleine gelbe Flecken tragen; Kamehameha I. ließ sie fangen, rupfen und wieder freilassen. Trotzdem starb der Hawaii-Mamo gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus, und bis 1987 waren alle ʻōʻō-Arten ausgestorben, wahrscheinlich durch Krankheiten.
Quellen: en.wikipedia.org ↗ · blog.tepapa.govt.nz ↗