Perlhirse: Woher kommt das?
Perlhirse stammt vom Südrand der Sahara, aus dem heutigen Nordmali, wo Bauern sie vor mehr als 4.000 Jahren domestizierten. Sie ist das älteste afrikanische Getreide, das die Archäologie kennt, und sie wächst dort, wo Mais oder Weizen nicht überleben würden.
Vom Wildgras zum Korn
Im Norden Malis sammelten Menschen schon im 5. Jahrtausend v. Chr. wilde Perlhirse, als die Sahara feuchter und mit Seen übersät war. Sie mischten die Spelzen unter ihren Töpferton, und die Abdrücke zeigen, wie die Körner über die Jahrhunderte größer wurden. Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. zeigen sie deutliche Zeichen der Domestizierung, etwa Ähren, die nicht mehr von selbst zerfielen. Eine Genomstudie von 2018 führte alle angebaute Perlhirse, von Westafrika bis Indien, auf eine einzige Wildpopulation zurück.
Quer durch Afrika und übers Meer
Als die Sahara austrocknete, breitete sich die Pflanze aus. Gegen Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. erreichte sie die Senke des Hodh in Mauretanien und das untere Tilemsi-Tal in Mali, in der ersten Hälfte des 2. Jahrtausends den Norden Ghanas und die Gegend um den Tschadsee. Domestizierte Formen gelangten um 1850 v. Chr. in den Osten des Sudan und, wahrscheinlich übers Meer, im 2. Jahrtausend v. Chr. nach Indien; wie genau sie dorthin kamen, ist noch unbekannt.
Warum man Indien sagt
Heute baut Indien mehr Perlhirse an als jedes andere Land, und unter den indischen Bundesstaaten baut Rajasthan am meisten an. Im Norden heißt sie Bajra, in Karnataka Sajje und in Tamil Nadu Kambu, und man macht daraus Fladenbrote und Breie. Afrika, wo sie herkommt, ist der zweitgrößte Erzeuger, und das Korn ist ein Grundnahrungsmittel im Norden Nigerias, in Niger, Mali und Burkina Faso. Weltweit macht Perlhirse etwa die Hälfte aller angebauten Hirse aus.
Quellen: en.wikipedia.org ↗ · pmc.ncbi.nlm.nih.gov ↗ · nature.com ↗