Mola (geschichtetes Stoffbild): Woher kommt das?
Die Mola stammt von den Guna in Panama, die zum größten Teil auf den San-Blas-Inseln in Guna Yala leben. Guna-Frauen fertigen diese leuchtenden Stoffbilder, indem sie farbige Stoffe übereinanderlegen und Formen herausschneiden, und tragen sie vorn und hinten auf ihren Blusen.
Von bemalter Haut zum Stoff
In Dulegaya, der Sprache der Guna, bedeutet mola „Hemd“ oder „Kleidung“. Die Kunst begann mit geometrischen Mustern, die Guna-Frauen mit Naturfarben auf ihre Körper malten. Nach der Ankunft der Spanier wanderten die Muster auf Baumwolle und später auf Stoffe, die im 19. Jahrhundert durch den Handel mit Schiffen kamen, die Kokosnüsse eintauschten. Zuerst malten die Frauen die Muster auf Stoff, dann schnitten und nähten sie sie. Wann diese Nähtechnik aufkam, ist nicht geklärt: Die Angaben reichen von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis etwa 1900.
Schneiden, falten, nähen
Eine Mola entsteht in umgekehrter Applikationstechnik. Zwei bis sieben Lagen Baumwolle in verschiedenen Farben werden zusammengeheftet, und das Muster wird hineingeschnitten, meist die größte Form aus der obersten Lage und kleinere darunter, sodass eine Farbe nach der anderen durchscheint. Die Schnittkanten werden nach innen umgeschlagen und mit winzigen Stichen in passendem Garn festgenäht. Aufgesetzte Flicken, Stickereien und Füllmuster wie Schlitze und Sägezahnlinien füllen die Zwischenräume. Eine Mola kann zwei Wochen bis sechs Monate dauern.
Ein Zeichen der Guna-Identität
Molas wurden zum bekanntesten Zeichen der Guna-Identität. Als die panamaischen Behörden um 1918 und 1919 versuchten, Bräuche der Guna zu unterdrücken, darunter die Mola-Tracht, wurde das Nähen und Tragen von Molas zum Akt des Protests, und 1925 erkämpften die Guna das Recht, ihre Traditionen zu bewahren. Die Motive reichen von alten geometrischen Mustern bis zu Vögeln, Meerestieren, Filmplakaten und Comicfiguren. Mit dem Tourismus wuchs in den 1940er-Jahren der Verkauf, und in den 1960er-Jahren begannen Frauen, Molas eigens zum Verkauf anzufertigen.
Quellen: en.wikipedia.org › Mola (art form) ↗ · en.wikipedia.org › Guna people ↗ · clevelandart.org ↗