Tequeños (Käsestangen): Woher kommt das?
Tequeños stammen aus Los Teques, einer Stadt etwa 30 Kilometer von Caracas in Venezuela. Die frittierten Stangen aus Weizenteig, um weißen Käse gewickelt, gehören in Venezuela auf jede Party, und ihr Name bedeutet einfach „aus Los Teques“.
Die Käseröllchen der Schwestern Báez
Wer die ersten frittierte, weiß niemand sicher. Die bekannteste Geschichte schreibt sie den Schwestern Báez aus Los Teques zu, die 1912 begonnen haben sollen, sie herzustellen und zu verkaufen; 2023 wiederholte Venezuelas Kulturminister diese Jahreszahl. Sie wickelten Streifen aus Weizenteig um Stäbchen aus weißem Käse und frittierten sie, und anfangs hieß der Snack quesitos enrollados, „kleine gerollte Käse“. Manche Erzählungen verlegen den Anfang dagegen in die 1920er-Jahre.
Benannt nach den Einwohnern
Die Familie Báez verkaufte ihren Snack auch in Caracas. Wenn die Bestellungen eintrafen, riefen die Käufer „¡Llegaron los tequeños!“, also: Die Leute aus Los Teques sind da. Denn tequeños nennt man die Einwohner der Stadt. Mit der Zeit ging der Name auf das Essen über. Eine andere Version schreibt die Erfindung dem Koch einer wohlhabenden Familie aus Caracas zu, die in Los Teques Urlaub machte, und eine dritte verweist auf El Teque, ein verschwundenes Viertel von Caracas.
Vom Partyteller in die Welt
Tequeños isst man zum Frühstück, als Vorspeise oder als Snack auf Partys und Hochzeiten. Man füllt sie auch mit anderen Käsesorten, Guavenpaste, Schokolade oder Schinken, und im Bundesstaat Zulia kommt bei Tequeyoyos reife Kochbanane zum Käse. Weil in den letzten Jahren viele Venezolaner ins Ausland gingen, wurden Tequeños auch in Spanien, Argentinien und anderen Ländern beliebt. 2023 erklärte Venezuela den Tequeño zum Teil seines nationalen Kulturerbes, und der 21. Oktober ist der Internationale Tag des Tequeño.
Quellen: en.wikipedia.org ↗ · es.wikipedia.org ↗ · ntn24.com ↗ · cnnchile.com ↗ · eldiario.com ↗