Zitronenlimonade: Woher kommt das?
Zitronenlimonade stammt aus Kairo. Die ältesten Belege für das Getränk kommen aus dem mittelalterlichen Ägypten, wo Händler schon Anfang des 12. Jahrhunderts Flaschen mit reichlich gezuckertem Zitronensaft verkauften und exportierten, Jahrhunderte bevor Limonadenstände in Amerika zur Sommertradition wurden.
Zitronensaft und Zucker in Kairo
Zitronen kamen von weiter östlich, doch in Ägypten kannte man sie spätestens im 11. Jahrhundert: Der persische Reisende Nasir-i-Khusraw erwähnt sie in seinem Bericht über das Land unter den Kalifen der Fatimiden. Dokumente aus der Kairoer Geniza, dem Archiv der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde der Stadt, zeigen, dass der Handel mit Zitronensaft 1104 bereits beträchtlich war. Flaschen mit Qatarmizat, mit viel Zucker zubereitetem Zitronensaft, wurden vor Ort getrunken und exportiert. Der Ernährungshistoriker Clifford A. Wright nennt dies den frühesten schriftlichen Beleg für Limonade.
Von Ägypten auf die Straßen von Paris
Im 12. Jahrhundert schrieb Ibn Jumayʿ, ein Arzt am ägyptischen Hof, eine Abhandlung „Über die Zitrone, ihr Trinken und ihren Gebrauch“ mit Rezepten für Zitronengetränke. Limonade folgte dem Zucker und der Zitrone selbst nach Europa, zunächst als Getränk für die sehr Reichen und die sehr Kranken. Im 17. Jahrhundert war Paris voller umherziehender Limonadenverkäufer, die das Getränk in Tanks auf dem Rücken trugen, und 1676 verkaufte eine Zunft von „limonadiers“ es in der Stadt.
Warum man an Amerika denkt
Limonade wirkt amerikanisch, weil Amerika sie zum Symbol machte. Limonadenstände von Kindern wurden in den USA und Kanada zum Sinnbild des Sommers, und das alkoholfreie Getränk passte zur Abstinenzbewegung. Lucy Webb Hayes, First Lady von 1877 bis 1881, ist als „Lemonade Lucy“ in Erinnerung geblieben, weil im Weißen Haus in diesen Jahren kein Alkohol ausgeschenkt wurde, obwohl man sie zu Lebzeiten nie so nannte. Soldaten und Reisende im Grenzland führten „tragbare Limonade“ mit, eine Trockenmischung aus Zucker, Zitrone und Zitronensäure.
Quellen: en.wikipedia.org › Lemonade ↗ · web.archive.org ↗ · atlasobscura.com ↗ · en.wikipedia.org › Lucy Webb Hayes ↗