Mursik (rauchige Sauermilch): Woher kommt das?
Mursik stammt von den Kalenjin aus dem Hochland des Rift Valley in Kenia. Es ist Kuh- oder Ziegenmilch, die tagelang in einer Kalebasse gärt, die mit Holzkohle bestimmter Bäume ausgekleidet ist; das gibt ihr einen rauchigen Geschmack und einen bläulichen Ton.
Eine Kalebasse voller Holzkohle
Mursik wird in einem sotet zubereitet, einer Kalebasse. Frauen reinigen sie und bestreichen das Innere mit Holzkohle aus den glimmenden Zweigen bestimmter Bäume, etwa des itet, der Erdnussbutter-Kassie. Die Holzkohle verschließt die Poren der Kalebasse, ihr Rauch hilft gegen das Verderben, während die Milch auf natürliche Weise sauer wird, und sie bringt den rauchigen Geschmack und die bläuliche Farbe. Die Milch, heute meist zuerst abgekocht und abgekühlt, wird hineingegossen, und die Kalebasse wird verschlossen. Mursik gärt mindestens drei bis fünf Tage und hält sich bis zu einem Monat.
Für Hochzeiten und Sieger
Mursik ist im Rift Valley ein verbreitetes Getränk und wird heute auch in kenianischen Städten verkauft. Beim koito, der Zeremonie, bei der zwei Familien eine Mitgift vereinbaren, wird es am Ende als Zeichen von Einigkeit und Verbundenheit geteilt. Die meisten Sporthelden Kenias sind Kalenjin, und wenn sie von Rennen im Ausland zurückkehren, warten am Flughafen Menschenmengen mit erhobenen Kalebassen, um ihnen einen Schluck zu reichen. Oft heißt es, das Getränk sei etwa 300 Jahre alt und zuerst hergestellt worden, um überschüssige Milch aufzubewahren.
Warum viele auf Äthiopien tippen
Milchgefäße auszuräuchern ist in Kenia wie in Äthiopien ein alter Brauch. Im Süden Äthiopiens räuchern Borana-Hirten ein birnenförmiges Gefäß namens gorfa mit ausgewählten Hölzern aus und lassen dann frische Milch darin sieben Tage bis drei Monate lang zu ititu gären. Mursik ist die Art der Kalenjin, mit Holzkohle von kenianischen Bäumen. Die Erdnussbutter-Kassie, seit Langem dafür geschätzt, wird im Rift Valley selten, und eine 78-jährige Herstellerin erzählte der Daily Nation, heute komme weit weniger Holzkohle hinein als in ihrer Jugend.
Quellen: en.wikipedia.org ↗ · nation.africa ↗ · kenyanews.go.ke ↗ · ilri.org ↗